Wittgensteiner Heimatbuch, Band 1, Pages 356-8

Fritz Kraemer

 

 

   

Graphische Betriebe Gebrueder Zimmerman   

Buchddruckerei und Verlag GmbH, Balve i.W., 1965.

Source: W. Hartnack, Wittgenstein in der Weltliteratur: In Wittgenstein, Jahrgang 26, Heft 1/2

Aus Elsoff wanderten drei Brüder Hüster nach Amerika aus und erwarben dort ansehnliche Güter. Der jüngste dieser drei, Daniel, seine vier Söhne und der Sohn eines der anderen Brüder, haben es in Amerika zu hohen Stellungen als Soldaten und Politiker gebracht, Daniel Hüster war Farmer, Gerber und Ziegelbrenner. Sein Wohnhaus ist noch heute als ,,Hiesterhaus" bekannt. Sein ältester Sohn war Offizier im Revolutionskrieg und brachte es zum Generalmajor. Er wurde Staatssenator und Kongreßmitglied. Auch der 2. Sohn Daniel wurde Brigadegeneral und war 10 Jahre lang Vertreter Pennsylvaniens im Kongreß. Auch der 3. Sohn Gabriel kämpfte als Major in demselben Krieger wurde Mitglied des Pennsylvanischen Landtages, dann des Repräsentantenhauses der USA1 Senator und Präsidentenwähler. Der 4. Sohn William, ebenfalls Offi­zier im Revolutionskrieg, wurde Staatssekretär von Pennsylvanien. Ihr Vetter Joseph Hüster trat politisch hervor. Als 23jähriger war er Mitglied der Provinzialkonvention der noch englischen Provinz Pennsylvanien. Aus dieser Konvention ging der Kongreß der 13 Kolo­nien hervor, der sich am 4, Juli 1776 von England unabhängig erklärte, und dieser Akt ist der Anfang der USA. Ein Elsoffer, so dürfen wir sagen, ist also zum Mitbegründer der Vereinigten Staaten geworden, Auch er kämpfte als Offizier und hatte es bis Kriegsende 1783 zum Ge­neralmajor gebracht. Nach dem Kriege war er weiter politisch tätig: Er arbeitete an der Verfassung mit, wurde Staatssenator und 1820 Gou­verneur des Staates Pennsylvanjen. Er lebte und starb wie sein Onkel Daniel in Reading. Wahrscheinlich verdankt das einzige Wittgensteiner Heimatmuseum, das es im Augenblick gibt, nämlich das von Reading, seine Entstehung diesen Elsoffer Auswanderern.

Wittgensteiner Auswanderer sind nicht nur als Soldaten und Politiker hervorgetreten, ihre Bedeutung als Kulturpioniere ist ebenso groß. Als Pfarrer, Ärzte, Gründer von Schulgemeinden, als Schriftleiter und Her­ausgeber von Zeitungen haben sie sich verdient gemacht. Zahlreiche Kirchen in den USA sind von Wittgensteiner Einwanderern gegründet oder gestiftet und nach ihnen benannt worden. Nicht weit von der Autostraße von Reading nach New York liegt die Gernandkirche, nach einem Elsoffer Georg Gernand benannt westlich von Reading die Spieskirche. Ein Vidor Spies aus dem Berleburgischen, der 1738 einwanderte, hatte den Baugrund geschenkt. In Northumberland steht die Dreisbachkirche. Wahrscheinlich ist Martin Dreisbach, der 1751 ins Land gekommen war, der Stifter. An andere Wittgensteiner erinnern noch die Epplerskirche, die Mertskirche und die Longsampkirche, die beide einem Saßmannshausen ihre Entstehung verdanken. Auf den Friedhöfen, die sich bei diesen genannten Kirchen befinden, hat Karl Hartnack viele Dutzend Wittgensteiner Namen gefunden.

 

Wittgenstein Book of Local History. Volume 1, Pages 356-8

 

 

 

   

From Elsoff, three Huester brothers immigrated to America and there did many good things.  The youngest of these three, Daniel, his four sons, and the son of one of his brothers rose to high positions as soldiers and politicians.  Daniel Huester was a farmer, tanner, and brick baker.  His home is still know today as the “Huesterhouse”.  His eldest son, John, was an officer in the revolutionary war, and rose to the position of General Major.  He later became a state senator and member of congress.  His second son, Daniel, became a Brigadier General and for 10 years was a lobbyist of Pennsylvania in Congress.  The third son, Gabriel, fought as a major in the same war and first became a member of the Pennsylvania Legislature, then became a senator from Pennsylvania, and even later was a member of the electoral college.  The fourth son, William, also an officer in the Revolutionary War, became the Secretary of State of Pennsylvania.  Their cousin, Joseph Huester, also went into the political arena.  As a twenty-three year old, he became a member of the Colonial Convention of the colony of Pensylvania *.  From this colony, he joined the Continental Congress of the 13 colonies, which declared itself free of England and therefore independent to become its own country.

An Elsoffer, it can then be said, was also a founder and builder of the United States.  He also fought as an officer (General Major) until the war’s end in 1783.  After the war, he returned to politics.  He worked also on the Constitution, became a state senator, and in 1820, the Governor of the state of Pennsylvania.  He lived and died as did his uncle, in Reading.  Apparently, the Heimat Museum of Bad Berleburg should be most thankful to this man for there is presently to be found from Reading his “origins” of these Elsoffer immigrants.

*1866 from Friedrich Reppel, an Australian, as noted by markings on a butterchurn